Ratgeber, Stand Oktober 2026. Allgemeine Orientierung für Inhaber und Finanzverantwortliche von Unternehmen, die in mehr als einem Land tätig sind. Keine Steuer- oder Rechtsberatung; die grenzüberschreitenden Fragen, die hier vorkommen, brauchen eine Fachperson vor Ort.
Jede internationale Gruppe hat irgendwo in ihrer Struktur dasselbe leise Problem. Die Muttergesellschaft will das Reporting-Paket bis zum fünften Arbeitstag, in ihrem Format und nach ihrem Rechnungslegungsstandard. Die lokale Buchhaltung führt die Bücher nach lokalem Recht, weil Gesetz oder Steuerrecht es in der Regel so verlangen. Und die Bank vor Ort will eine dritte Version, mit einer Liquiditätsplanung, die niemand erstellt hat. Drei Versionen der Wahrheit, keine davon falsch – und niemand, dessen Aufgabe es ist, sie abzugleichen.
Diese Lücke entsteht in zwei Richtungen. Eine Tochtergesellschaft einer ausländischen Gruppe hat sie ab dem Tag, an dem sie gekauft oder gegründet wird. Ein Unternehmen, das in ein anderes Land expandiert, schafft sie am Tag der Gründung. Dieser Ratgeber behandelt beide Fälle – und was ein CFO as a Service, auch Fractional CFO oder externer CFO genannt, jeweils tut.
Zwei Situationen, eine Lücke
| Tochter einer ausländischen Gruppe | Unternehmen, das expandiert | |
|---|---|---|
| Typisches Beispiel | Eine Schweizer oder deutsche Gruppe mit einer Tochter in Spanien oder den USA | Ein spanisches oder Schweizer Unternehmen, das in den USA, in Mexiko oder Kolumbien eine Gesellschaft gründet |
| Wer die Fragen stellt | Das Finanzteam der Muttergesellschaft, in seiner Sprache | Inhaber, Verwaltungsrat und die Hausbank |
| Was meistens schiefgeht | Verspätetes Reporting, konzerninterne Salden, die nicht übereinstimmen, lokale Liquidität, die auf Gruppenebene niemand sieht | Die neue Gesellschaft verbraucht mehr Liquidität als geplant, in einer Währung, in der das Unternehmen nichts verdient |
| Was es braucht | Eine Person, die beide Sprachen und beide Regelwerke beherrscht | Einen Liquiditätsplan für die neue Gesellschaft, bevor das Geld fliesst, nicht danach |
Fall 1: eine Tochtergesellschaft, die an eine Muttergesellschaft im Ausland berichtet
Tochtergesellschaften sind meist zu klein für eine Vollzeit-Finanzleitung und zu wichtig, um sie der lokalen Buchhaltung zu überlassen. Also erledigt das Reporting, wer gerade Zeit hat – eine Woche zu spät, mit einer Tabellenkalkulation, die die Zahlen von einem Standard in den anderen übersetzt und die nur eine Person versteht. Geht diese Person in die Ferien, merkt die Gruppe, wie sehr sie von ihr abhing.
Was schiefgeht, ungefähr nach Häufigkeit:
1. Das Reporting-Paket kommt zu spät und muss erklärt werden. Die Muttergesellschaft liest die Zahlen nach ihrem Standard – IFRS, Swiss GAAP FER, HGB oder US GAAP –, während die Bücher nach dem lokalen geführt werden, etwa dem spanischen Plan General de Contabilidad. Die Unterschiede sind bekannt und beherrschbar. Mühsam ist, sie jeden Monat von Hand überzuleiten.
2. Die konzerninternen Salden stimmen nicht überein. Die Tochter sagt, sie schulde der Mutter einen Betrag, die Mutter nennt einen anderen, und die Differenz liegt auf einem Konto namens «noch abzustimmen», bis der Prüfer sie findet. Selten steckt etwas Ernstes dahinter, meist sind es Stichtage oder Wechselkurse. Es kostet immer Zeit.
3. Die Gruppe sieht die Liquidität der Tochter nicht. Das Konzern-Treasury kennt den Saldo am Monatsende. Es weiss nicht, dass die lokalen Löhne und eine quartalsweise Steuerzahlung in dieselbe Woche fallen – genau die Woche, in der die Tochter anruft und dringend um eine konzerninterne Überweisung bittet.
4. Niemand ist für die lokalen Banken zuständig. Kreditlinien, Garantien und Covenants werden vor Ort verhandelt, in der Landessprache, oft von jemandem, der das Gesamtbild der Gruppe nicht kennt.
Was ein externer CFO hier tut, ist unspektakulär und wirksam: Er erstellt das monatliche Paket im Format und in der Sprache der Gruppe, pflegt eine feste Überleitung zwischen den beiden Standards, damit die Übersetzung nicht jeden Monat zum Projekt wird, stimmt die konzerninternen Salden ab, bevor die Mutter fragt, und führt für die Tochter eine 13-Wochen-Liquiditätsplanung, die der Treasurer der Gruppe tatsächlich lesen kann. Die lokale Buchhaltung führt weiterhin die Bücher und die Steuererklärungen vor Ort. Die Muttergesellschaft hat einen Ansprechpartner statt drei.
Fall 2: ein Unternehmen, das in einem anderen Land eine Gesellschaft gründet
Expansionspläne werden in der Währung des Unternehmens geschrieben, das sie schreibt. Die neue Gesellschaft gibt in einer anderen aus. Dazwischen liegen Entscheidungen, die meist zu spät fallen: wie die Tochter finanziert wird, wie viel Liquidität sie braucht, bevor sie etwas verkauft, und wer was an die Zentrale berichtet.
Die Finanzierung. Eigenkapital, ein konzerninternes Darlehen oder eine Mischung aus beidem. Die Wahl hat Folgen für Steuern, Recht und Verrechnungspreise, die eine Fachperson vor Ort prüfen und freigeben muss. Die eigentliche Finanzfrage dahinter ist einfacher und kommt zuerst: wie viel, wann, und was passiert, wenn die Umsätze sechs Monate später kommen. Das tun sie meistens. Optimismus ist die einzige Währung, die man nie umrechnen muss.
Wie viel Liquidität sie braucht. Eine wöchentliche Planung für die neue Gesellschaft, erstellt vor der Eröffnung, zeigt den Monat, in dem das Geld ausgeht – mit realistischen Annahmen: Personal vor dem ersten Umsatz, Gründungskosten und Kautionen, und Kunden, die zu den Fristen des Landes zahlen statt zu denen im Businessplan.
Die Währung. Wenn die Umsätze in Pesos, Dollar, Euro oder Franken anfallen und Kosten oder Schulden in einer anderen Währung, hängt ein Teil der Marge vom Wechselkurs ab. Dieses Risiko zu messen ist Finanzarbeit. Ob es abgesichert wird, entscheidet das Unternehmen; ein Absicherungsgeschäft wird mit einer Bank oder einer anderen Gegenpartei abgeschlossen.
Reporting ab dem ersten Tag. Der günstigste Moment, um Kontenplan, Reporting-Kalender und Zuständigkeiten festzulegen, ist vor der ersten Rechnung. Der teuerste ist nach dem ersten Jahresabschluss, wenn die Zahlen der beiden Länder partout nicht zusammenpassen.
Wer macht was
| Aufgabe | Wer |
|---|---|
| Lokale Buchhaltung, Steuererklärungen und gesetzliche Pflichten | Lokale Buchhaltung, Treuhänder bzw. Steuerberater |
| Gesellschaftsstruktur, Verträge, Verrechnungspreis-Dokumentation | Anwalt und Steuerberater vor Ort |
| Prüfungsurteil | Revisionsstelle bzw. Wirtschaftsprüfer |
| Reporting-Paket an die Muttergesellschaft, konzerninterne Abstimmung, Überleitung zwischen Standards | CFO as a Service |
| 13-Wochen-Liquiditätsplanung, Finanzierungsplan, Währungsrisiko, Bankbeziehungen | CFO as a Service |
Die Rollen ergänzen sich, sie ersetzen sich nicht – genau wie in einem Unternehmen, das nur in einem Land tätig ist. Wer anbietet, alle fünf Zeilen für eine einzige Pauschale abzudecken, verkauft Buchhaltung mit internationalem Titel.
Wo wir arbeiten und in welchen Sprachen
Wir arbeiten aus der Ferne mit Unternehmen in der Schweiz, in Deutschland, Spanien, Frankreich, im Vereinigten Königreich, in den USA, in Mexiko und Kolumbien – auf Deutsch, Englisch und Spanisch. Unsere Erfahrung haben wir in Zürich und Frankfurt aufgebaut.
Wie es beginnt
Mit derselben Diagnose zum Festpreis wie jedes andere Mandat: USD 490, schriftliche Ergebnisse innerhalb von 48 Stunden nach Erhalt der Daten. Für eine Tochtergesellschaft benötigen wir die lokalen Zahlen der letzten zwölf Monate, das letzte Reporting-Paket an die Muttergesellschaft und die konzerninternen Salden beider Seiten. Für ein Unternehmen vor der Expansion den Businessplan der neuen Gesellschaft und die aktuellen Zahlen des Unternehmens, das sie finanziert.
In einem Satz
Eine internationale Struktur braucht keine weitere Berichtsebene. Sie braucht eine Person, die die Zahlen in beiden Sprachen und nach beiden Regelwerken lesen kann – und die die Liquidität der kleinen Gesellschaft sieht, bevor die grosse sie retten muss.
Häufige Fragen
Kann ein externer CFO das Reporting an eine ausländische Muttergesellschaft übernehmen?
Ja. Das monatliche Paket im Format und in der Sprache der Gruppe zu erstellen, eine feste Überleitung zwischen lokalem Standard und Konzernstandard zu pflegen und die konzerninternen Salden abzustimmen, ist wiederkehrende, klar umrissene Arbeit. Sie passt zu einem Teilzeitmandat, und Tochtergesellschaften sind oft zu klein für eine Vollzeit-Finanzleitung.
Ersetzt der externe CFO die lokale Buchhaltung der Tochter?
Nein. Die lokale Buchhaltung führt die gesetzlichen Bücher und reicht die Steuererklärungen ein; Anwalt und Steuerberater vor Ort kümmern sich um Struktur und Verrechnungspreise. Der externe CFO arbeitet darüber: Reporting an die Muttergesellschaft, Liquiditätsplanung, Finanzierung und Bankbeziehungen.
In welchen Ländern und Sprachen arbeiten Sie?
Wir arbeiten aus der Ferne mit Unternehmen in der Schweiz, in Deutschland, Spanien, Frankreich, im Vereinigten Königreich, in den USA, in Mexiko und Kolumbien – auf Deutsch, Englisch und Spanisch.
Wie viel Liquidität braucht eine neue Auslandstochter?
Es gibt keine Faustregel, die einem echten Plan standhält. Die Antwort liefert eine wöchentliche Planung der neuen Gesellschaft mit Personal vor dem ersten Umsatz, Gründungskosten und Kautionen sowie Kunden, die zu lokalen Fristen zahlen – gerechnet mit einem Basisszenario und einem Szenario, in dem die Umsätze sechs Monate später kommen.
